Shitstorm

Aus Partei der Humanisten

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Ein Shitstorm, ein Shitstorm! - Wie verhalten wir uns am Besten?

Ein Leitfaden von Jessica und Jan Steinhauser (Pressesprecher)

Zunächst es ist ganz wichtig, dass jeder, der in den sozialen Medien als Parteimitglied erkennbar ist und kommentiert, sich das Folgende einmal anschaut und bitte zu Herzen nimmt. Vorweg: Es geht nicht darum, Euch einen Maulkorb zu verpassen, sondern jedem von Euch das notwendige Werkzeug an die Hand zu geben, auf einen Shitstorm zu reagieren.

Denn egal, wie klar und deutlich Du auch machst, dass irgendetwas Deine persönliche Meinung ist, sobald Du irgendwo kenntlich gemacht hast, dass Du Mitglied bist oder dich direkt oder indirekt durch deine Äusserungen als solches erkennbar machst, wird während eines Shitstorms jeder Deiner Kommentare (im Zweifel) als offizielle Aussage der Partei gewertet werden.

Aber fangen wir von vorne an:

Zunächst einmal sind die Shitstorms in den seltensten Fällen wirklich gefährlich. Man hat sofort sinkende Mitgliederzahlen, Verlust von Wählerstimmen und ein stark angeschlagenes Image im Kopf. Solche Fälle gibt es ohne Zweifel. Beobachtet man jedoch Shitstorms, die auf Unternehmen abzielen, dann kann man die Fälle in denen das Unternehmen wirklich massiven Schaden genommen hat, an einer Hand abzählen. In den meisten Fällen bietet ein Shitstorm eine Chance. Denn eine gute Krisenkommunikation hat enorm positive Auswirkungen auf unser Image.

Was ist eigentlich ein Shitstorm?

"Kurz gesagt beschreibt der Begriff das geballte Auftreten heftiger Kritik und meist hochemotionaler Leser- und Kundenbeschwerden auf verschiedenen sozialen Netzwerken oder Blogs. Er ist vergleichbar mit einem Sturm der Entrüstung – meist begleitet durch aggressive, unsachliche, bedrohende und zum Teil auch beleidigende Äußerungen, die eine sich selbst verstärkende Dynamik entwickeln können.

Ziele der Handelnden sind die Aufdeckung eines Missstandes, die Bloßstellung eines falschen Verhaltens, die Diskussion darüber. Aber auch schlicht Spaß an der Kritik, Häme und ungehemmter Abbau eigenen Frusts sowie der Wunsch, gemeinsam mit anderen Druck gegen einen vermeintlich übermächtigen Gegner aufzubauen (Machtstreben).

In den meisten Fällen richtet sich ein Shitstorm gegen eine Marke, ein Unternehmen, eine Partei, Institution oder einen Verband. Selten richtet er sich gegen Einzelpersonen. Ein Shitstorm dauert meist nur kurz, ist in dieser Zeit aber besonders heftig. Im Durchschnitt ebben die Entrüstungen oft schon nach einer Woche wieder merklich ab.“

Und wie entsteht so ein Shitstorm?

In der Regel und Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel, gibt es vier Gründe:

  • Enttäuschung, weil wir zu hohe Erwartungen nicht erfüllen konnten
  • Missstände, die öffentlich gemacht werden.
  • Fehler, die eindeutig auf unser Konto gehen.
  • Kommentare oder Aussagen, die anders interpretiert werden als gemeint und jemanden verärgern.

Wenn wir uns jetzt mal tief in die Augen schauen, dann sind wir bei allen vier Gründen mindestens beteiligt und somit auch mitverantwortlich. Das ist der Grund, warum Beschwichtigen, Verleugnen und auch Schweigen in einer solchen Situation nicht nutzt, sondern die Empörung nur anfacht.

Fehler und Gegenmaßnahmen, wie verhalten wir uns?

Die beste Strategie ist natürlich, den Shitstorm überhaupt erst garnicht entstehen zu lassen. Eine ehrliche und wertschätzende Kommunikation mit Fans und Followern ist dabei genauso wichtig wie die Einhaltung von Zusagen und Ankündigungen. Das gilt nicht nur für die offizielle Parteikommunikation, sondern auch für jeden, der kenntlich macht, dass er Parteimitglied ist.

Klar ist aber auch, dass wir nie vor einem Shitstorm gefeit sind. Ein Post, den jemand mit vielen Follower falsch versteht und es kann losgehen. Eine provokante Äußerung zu einem emotionalen Thema und es kann losgehen. Eine kontroverse Parteiposition und es kann losgehen. Aber was dann?

Das oberste Gebot lautet: Ruhe bewahren und auf keinen Fall emotional und spontan reagieren!

Bei manchen Anfeindungen müssen wir womöglich schnell antworten und Stellung beziehen, aber bitte auch dann überlegt und besonnen. Das Image nimmt den größten Schaden an der Krisenkommunikation, nicht am eigentlichen Auslöser!

Die größten Fehler bei einem Shitstorm.

An allererster Stelle stehen zwei Dinge:

  • Unkoordinierte Kommunikation
  • Fehlende Moderation

Also so sehr es Dich auch in den Fingern jucken mag. Sobald ein Shitstorm aufkommt auf gar keinen Fall in Eigenregie posten.

An aller Zweiter Stelle stehen dann die die 5 Vs:

  • Verleugnen z.B.: „Also das war der BuVo, damit haben die Parteimitglieder nichts zu tun“
  • Verschleiern z.B.: „Ihr seht das alles ganz falsch, wir sind gar nicht schuld.“
  • Verhandeln z.B.: „Facebook ist nun wirklich nicht die Richtige Plattform, um das zu diskutieren.“
  • Verzweifeln z.B.: „Das haben wir nicht verdient, wir machen doch sonst alles richtig“
  • Verteidigen durch Angriff z.B.: „Deine Äußerungen sind irrational.“

Was mache ich, wenn ich einen Shitstorm entdecke?

Gib dem Presseteam bescheid, schlag intern Alarm, ruf einen Vorstand an. Kurz: Gib den Verantwortlichen eine Chance, sich zu sammeln und zu koordinieren. Das ist wirklich das Allerbeste, was Du tun kannst.

Die Verantwortlichen werden dann schnellstmöglich sowohl intern wie auch extern reagieren.

Siehst Du unbedingt die Notwendigkeit, trotzdem auch selbst noch öffentlich zu agieren, warte dennoch bitte auf ein offizielles Statement von der jeweils betroffenen Stelle. Impulsiv am Shitstorm teilzunehmen, wenn Du selbst noch nicht weißt, was wie warum passiert ist, ist selten eine gute Wahl und schadet der Partei mehr, als es hilft. Und das zu vermeiden, sollte ja unser aller Ziel sein.