Leitlinien für AGs zum wissenschaftlichen Arbeiten und Impulspapieren

Aus Partei der Humanisten

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Vorwort

Impulspapiere sollen unserem faktenbasierten Anspruch gerecht werden und deshalb grundsätzliche  wissenschaftliche Standards einhalten. Dabei müssen unsere Positionen aber derart kommuniziert  werden, dass sie auch für breite Bevölkerungsschichten verständlich und nachvollziehbar sind. In diesen Leitlinien werden grundlegende Handreichungen zum wissenschaftlichen Arbeiten gegeben.


Wissenschaftliches Arbeiten

Behauptungen und Positionen -> müssen verständlich formuliert und Behauptungen mit Quellen belegt sein, sofern sie nicht dem Allgemeinwissen entsprechen und einfach nachprüfbar sind.

Schlussfolgerungen ​-> müssen auf Basis von Fakten und wissenschaftlichen Quellen entstehen, die für den Leser nachvollziehbar sind.

Forderungen ​-> Es muss klar sein, ob politische Forderungen auf Landesebene, in Deutschland, Europa oder Global umgesetzt werden sollen.

Quellen ​-> Es muss klar sein, welche Behauptungen und Schlussfolgerungen aus externen Quellen stammen, und welche die eigenen sind. Quellen stammen idealerweise aus verschiedenen, unabhängigen Quellen.

Meinungen ​-> sind durchaus erwünscht. Dabei darf aber diese Meinung nicht die eigene subjektive Wahrnehmung sein ("gefühlte Wahrheit"), sondern muss auf fundierte Fakten und/oder wissenschaftlichen Konsens basieren. Dies muss nachvollziehbar dargestellt werden.

Unstimmigkeiten ​-> mit bisherigen Forderungen, Behauptungen oder Schlussfolgerungen von Parteipositionen sind nicht zulässig. Sollte eine vorherige Position fundiert und eindeutig widerlegt worden sein, muss diese ursprüngliche Position korrigiert werden.

Zitate ​-> Fremde Autoren werden wörtlich oder sinngemäß zitiert und mit einem Quellenbeleg gekennzeichnet, so dass eindeutig zu erkennen ist, was wörtlich und was eine Entlehnung ist.

Publikationen -> ​sollten vor Verwendung geprüft werden, ob sie aus vertrauenswürdigen Journals stammen und möglichst frei zugänglich sind. Sofern es sich um strittige Artikel handelt, gibt es häufig auch zitierbare Gegendarstellungen.

Populärliteratur ​-> nicht-wissenschaftliche Quellen zur Erklärung von Fachwörtern oder allgemeinen Sachverhalten müssen unserem wissenschaftlichen Anspruch genügen, z.B. durch Referenzierung von Originalquellen. Diese weiterführende Literatur muss eindeutig zu erkennen sein, etwa durch einen eigenen Index. Dies gilt insbesondere für naturwissenschaftliche Themen.


Vorgehensweise bei der Erstellung von IPs/PPs

Zugang ​-> Bei Impulspapieren sollte per Link maximal eine Ansicht des Dokumentes möglich sein. Nur die Autoren und AG-, AK- oder PG-Leitung erhalten Schreib- und Bearbeitungsrechte. Mitglieder der AGs/AKs/PGs dürfen kommentieren. Alle Rechte werden von AG-, AK- oder PG-Leitung freigegeben. Partei- oder AG-fremde Personen können nach Absprache mit AG-, AK- oder PG-Leitung zum Kommentieren eingeladen werden.

Inhaltsüberschneidungen ​-> des Positions-/Impulspapiers mit denen anderer AGs sollten mit den Leitern der betroffenen AGs geklärt werden, um Widersprüche und Wiederholungen der Positionen zu vermeiden. AGs sind dazu angehalten, bei großen thematischen Überschneidungen oder nicht zu trennenden Themenfeldern die enge Zusammenarbeit mit den anderen thematisch relevanten AGs zu suchen.

Formatierung ​-> wird anschließend von Fachpersonen der Grafik-Abteilung gemacht. Grobe Formatierungen mit Zwischenüberschriften und Absätzen sind selbstverständlich möglich.

Quellenformat ​-> siehe letztes Kapitel ​“Zitation und Literaturverzeichnis”​

Weiterführende Literatur ​(optional)siehe letztes Kapitel ​“Zitation und Literaturverzeichnis”​

Erklärungen -> Unsere IPs sind keine erklärenden Artikel, sonden sollen unsere Position und Forderungen widerspiegeln. Erklärungen sind dort anzubringen, wo es zum Verständnis der Position nötig ist. 


Dokumentstruktur Impulspapier

Die hier dargelegte Struktur ist grundsätzlich. IPs können davon abweichen, bspw. weil einzelne
Themenkapitel geschrieben werden, etc. der grundlegende Aufbau sollte aber erhalten bleiben. An das
Ende jedes Kapitels sind Quellen anzuhängen.

  1. Titel und Inhaltsverzeichnis
    Titel des Dokumentes und Inhaltsangabe
  2. Kurzfassung/Übersicht/Abstract
    Wird nach Fertigstellung des restlichen Dokuments erstellt. In maximal 10 Zeilen sollten alle
    wesentlichen Sachverhalte des Hauptdokuments enthalten sein, sodass sie möglichst genau
    wiedergegeben werden und verständlich sind.
  3. Forderungen
    Einleitender Absatz und stichpunktartig die wichtigsten Forderungen des Dokumentes auf maximal 2 Seiten.
  4. Dokument
    Die folgenden Aspekte sollten behandelt werden
    1. Erklärung des Begriffes/Einleitung/Motivation
      Warum ist es wichtig, dass wir ein IP schreiben?
    2. Problemstellung
      Was wurde bisher gemacht? Wie hat die Politik reagiert, wo liegt das Problem?
    3. Was ist unser grundsätzlicher Anspruch
      Welche allgemeine und grundlegende Position haben wir? Was sind unsere
      grundsätzlichen Wertvorstellungen bezogen auf das Problem? Wie ist unsere Vorstellung
      einer guten Politik?
    4. Politikentwurf
      Der Hauptteil des IPs. Was wollen wir anders machen? daraus folgen die Forderungen am
      Anfang des Dokuments
    5. Fazit: Warum ist unser Vorschlag besser und wie kommen wir dahin? (optional)
      unsere Zukunftsvision zum Thema (muss realistisch sein, Die Zukunftsprojektion auf heutige Fakten basierend, und pragmatisch umsetzbar, dennoch ist hier mehr Raum für eigene Meinungen darüber, wie die Zukunft sich entwickeln könnte bzw. sollte).
  5. Glossar (optional)
    Begriffserklärungen
  6. Literaturverzeichnis
    Alle in dem Dokument genutzten Quellen (sofern diese nicht bereits am Ende jedes Kapitels aufgelistet sind)
  7. Weiterführende Literatur
    einfach zu lesende Literatur um Behauptungen etc. zu erklären


Art der zu belegenden Aussagen

Jede getroffene Faktenaussage ist zu belegen. Das können bspw. folgende sein:Jede getroffene Faktenaussage ist zu belegen. Das können bspw. folgende sein:

  • Gerichtsurteil
    -> Online-Urteil
    -> optional: erklärender Kommentar aus Print-Leitmedien
  • Gesetz
    -> Online-Gesetz
    -> optional: erklärender Kommentar aus Print-Leitmedien
  • wiss. Behauptung
    -> z.B.: “Enzym in Maden zersetzt Plastik”
    -> entsprechendes Paper, besser: Review
    -> oder falls vorhanden: Artikel mit Verweis auf Paper/Review
    -> Artikel ist idealerweise auf deutsch
    -> Artikel z.B. von Print-Leitmedien, Fachmagazin, Instituten
  • strittige Behauptung
    -> z.B.: “Madenenzyme sind verhältnismäßig ungefährlich”
    -> optimal: Review (nicht nur eine Quelle)
    -> alternativ: Einschätzung eines Risikoforschungs-Instituts oderGremiums
    -> idealerweise: mit Gegendarstellung
  • Fachbegriffe
    -> erklärende Artikel in z.B. Print-Leitmedien
    -> wenn gut erklärt: auch von Interessenvertretungen
    -> alternativ: wiss. Medium oder wiss. Blog (z.B. GWUP)
  • Zitate
    -> mit Autor, Datum, Link zur Quelle
    -> optional: zusätzlicher Kommentar aus Print-Leitmedien
    -> oder wiss. Medium oder wiss. Blog (z.B. GWUP, Spektrum)
  • sozialer Kontext
    -> z.B. “Greenpeace Rolle in D schwindet”
    -> erklärenden Artikel aus Print-Leitmedien
  • Homepage
    -> optional: erklärenden Artikel dazu


möglichst zu vermeidende Quellen/Aussagen (Absprache mit Ag-Mentoren)

  • rogue/vorschnelle Vorwürfe
    -> z.B.: “Berichte über Madenenzyme wurden gefälscht”
  • alarmistisch
    -> vorab: manchmal ist Angst natürlich angebracht
    -> z.B.: “Wenn wir A nicht tun, wird das ganz übel enden!”
    -> allg. Fehler hat schwammige aber fatale(!) Auswirkungen


zu vermeidende Quellen/Aussagen

  • Fremdsprachen
    -> andere Sprachen außer Deutsch und EnglischFremdsprachen
    -> andere Sprachen außer Deutsch und Englisch
  • stand-alone
    -> Quellen, die als einzige eine bestimmte Aussage treffen
    -> Behauptungen ohne Echo in Print-Leitmedien oder wiss. Medien
  • kontrovers
    -> parteiische, verzerrende Interessenvertretung
    -> z.B.: ein Hersteller behauptet, seine Produkte seien supi
    -> z.B.: Quellen, die Bundesinstituten widersprechen
    -> falls benutzt: entweder als oder immer mit Gegendarstellung
  • unwissenschaftlich
    -> Artikel ohne ausreichende Belege für Behauptungen
    -> z.B. “Schweine können sich mit Walen paaren”
    -> z.B. Artikel aus dubiosen Quellen
    -> z.B. absolute Aussagen über strittige wiss. Sachverhalte
  • Vulgärsprache
    -> beleidigende oder vulgäre Aussagen
    -> flapsige Formulierungen
    -> persönliche Angriffe
  • Superlative
    -> vorab: manche Sachen sind natürlich wahnsinnig großartig
    -> z.B.: “Wahnsinnig großartige Möglichkeiten!”
    -> unnötig reißerische Sprache
  • verschwörerisch
    -> vorab: Verschwörungen sind natürlich möglich
    -> “Wissenschaftler sagen das. Aber wissen die auch alles?”
    -> nicht okay: Lücken schaffen und mit Vermutungen befüllen
    -> nicht okay: ignorieren von Gegendarstellungen
    -> nicht okay: Opferrolle kultivieren
  • absolut/pauschal
    -> z.B. “Der ist kein echter Humanist”
    -> unzulässige Pauschalisierungen
    -> unzulässiges Ab-/Zusprechen von Fähigkeiten
    -> unbegründete Referenz zu genetischem Hintergrund


Leitlinien zur Literaturrecherche

Alles, was keine Referenzen zu begutachteten Artikeln angibt, kann nicht als Quelle verwendet
werden, sondern nur, um einen ersten Einstieg in das Thema zu ermöglichen

  • Unbedingt bei Sekundärliteratur prüfen, ob die Quellen tatsächlich die Argumente belegen
  • Begutachtete Artikel aus Fachzeitschriften (Primärliteratur) sind besser als Sekundärliteratur -
    dann entfällt die Interpretation durch Nicht-Experten mit einer eigenen Agenda
  • Reviews (Zusammenfassungen der Literatur) und Meta-Analysen sind besser als Einzelartikel
  • Außergewöhnliche Behauptungen erfordern außergewöhnlich starke Beweise
  • Bei strittigen Fragen den Dialog zwischen den Parteien nachvollziehen, Publikationen von beiden Seiten lesen, usw., um beurteilen zu können, welche Seite die besten Argumente hat


Bewertung von Artikeln

  • Wer hat die Forschung finanziert, wer sind die Autoren (gut: bekannte Universität/Institut)? Was
    ist deren Agenda?
  • Sind die angegebenen Quellen im Artikel ausgewogen, oder wird nur “eine Seite” zitiert? Werden
    Vorarbeiten gut und ausführlich erwähnt?
  • Wird akkurat wiedergegeben, was in den zitierten Artikeln steht?
  • Hinterfragen die Autoren ihre Ergebnisse kritisch?
  • Waren die Methoden angemessen, um die Ausgangsfrage zu beantworten?
  • Folgt die Schlussfolgerung zwingend aus den Ergebnissen?


Glossar (optional)
Bsp.:
“Review = frühere Artikel zu einem bestimmten Thema werden zusammengefasst
Metaanalyse = die Ergebnisse früherer Untersuchungen werden mittels statistischer Methoden
gemeinsam ausgewertet“


Zitation und Literaturverzeichnis:

Vorweg:
Mit dem Browser Add-on Paperpile lassen sich Quellen einfach in Google Docs einfügen undmit wenigen Klicks der Zitationsstil richtig anwenden und auch ändern, ohne, dass das per Handgemacht werden muss. Wird empfohlen! https://paperpile.com

Alternativ:
Google Scholar Nutzen und bei Quelle auf zitieren klicken und APA-Style kopieren.


Zitationsstil
Kurzzitat im Text, mit Nachnamen, Jahr, Seitenzahl Bsp.: “(Thiedmann, 2018, S. 3)”.Langbeleg in Quellenverzeichnis. Bei mehreren Quellen selben Namens und Datums ist hinter dieJahreszahl ein Buchstabe in aufsteigender Alphabetreihenfolge anzufügen. Die Quelle mit dem frühesten Datum wird dabei mit dem Buchstaben “a” versehen, usw.

Quellenbelege
Am Ende eines jeden Kapitels eines IPs sind alle Quellen dieses Kapitelsaufzuführen. Bibliographischer Stil ist dabei APA.

Alternative einfache Variante: Nachname, Vorname (Jahr). Titel. Untertitel. In Name der Fachzeitschrift und Erscheinungsnummer/Sammelband mit Herausgebernamen. Abgerufen unter:Internetadresse abgerufen am Datum

Monographien und Sammelbände
Autorennachname, Autorenvorname(n) (Jahr + Numerierung).Titel. Untertitel (ggf. Reihe, Band, ggf. Auflage, Besonderheiten). Verlagsort: Verlag.Beispiel: Kunczik, Michael & Zipfel, Astrid (2002). Publizistik. Ein Studienhandbuch. Köln: Böhlau.

Aufsätze aus Fachzeitschriften
Autorennachname, Autorenvorname(n) (Jahr + Nummerierung).Titel: Untertitel. Zeitschriftentitel, Jahrgang (Nummer), Seitenzahlen.Beispiel: Bonfadelli, Heinz (2002). The Internet and Knowledge Gaps. A Theoretical and EmpiricalI Investigation. European Journal of Communication, 17(1), 65-84.

Aufsätze aus Sammelbänden
Autorennachname, Autorenvornamen(n) (Jahr + ggf. Numerierung).Titel des Aufsatzes: Untertitel. In Vorname(n) des Herausgebers Nachname(n) des Herausgebers(Hrsg.), Titel des Sammelbandes: Untertitel des Sammelbandes (ggf. Reihe; Bd. XY) (S. Seitenzahlen).Verlagsort: Verlag.Beispiel: Vorderer, Peter (2000). Conflict and Suspense in Drama. In D. Zillmann/Peter Vorder (Hrsg.),Media Entertainment: The Psychology of its Appeal (S. 59-72). Mahwah, NJ.: Erlbaum.

Beiträge aus Zeitungen oder Zeitschriften
Autorennachname, Autorenvorname(n)(Erscheinungsjahr, Datum). Titel des Beitrags: Untertitel des Beitrags. Titel des Mediums,Jahrgang/Nummer, Seitenzahlen des Beitrags.Beispiel: Leinemann, Jürgen (1998, 20. April). Hollywood an der Pleiße: In einer pompösen Show feiertendie Sozialdemokraten die Kür ihres Kanzlerkandidaten. Der Spiegel, 17, 26-27.

Internetquelle
Übernahme Stil des jeweiligen Quellentyps, Anstelle des Verlagsort und des Verlagesist zu ergänzen: “Verfügbar unter: Internetadresse abgerufen am Abrufdatum.Beispiel: SInger, Jane B. (1998) Online Journalists. Foundations for Research into Their Changing Roles.In: Journal of Computer-Mediated Communication, 4(1). Verfügbar unter http://www.ascusc.org.jcmc/vol4/issue1/singer.html abgerufen am 23. März 2004.

Bei mehr als einem Autor
Trennung durch “,” sowie letztem Autor mit “&”. Bei mehr als drei AutorenAbkürung mit “et al.” möglich.

Kein Verlagsort
Anstelle des Verlagsortes “o.O.” (ohne Ort)

Kein Erscheinungsjahr
Anstelle des Erscheinungsjahres “o.J.) (ohne Jahr)

Werk noch nicht veröffentlicht
Anstelle des Erscheinungsjahrs steht “im Druck”

Referenz auf TV-Beitrag
Autor, A. (Jahr, Datum). Titel des Beitrags [TV]. Sendeort: Sendername.Beispiel: Wickert, U. (2001, 28. September). Kommentar in den Tagesthemen [TV]. Hamburg: Das Erste.